Co-Intelligence

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#29: KI & Copyright: Der große Crash - Darfst du KI-Bilder kommerziell nutzen?

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0:00 Intro: Das Finale der Rechtsserie

0:00 Tobias Weigand: Da schafft eben bei der KI schafft nicht der Mensch, sondern die Maschine.

0:04 Tobias Weigand: Wenn du die Kamera nimmst, immer die gleiche Einstellung der Kamera lässt und zweimal abdrückst, dann hast du zweimal das identische Bild.

0:11 Tobias Weigand: Das zeigt schon, dass die Kamera einfach nur das übersetzt, was du willst.

0:15 Tobias Weigand: eins zu eins, während die Interpretation durch die KI viel größer ist.

0:24 Moritz Heininger: Hallo und herzlich willkommen zu Episode 29 vom Co-Intelligence Podcast.

0:30 Moritz Heininger: Mit euren Hosts Tobias Weigand als Special Guest heute das dritte Mal im Studio und Moritz Heininger.

0:38 Moritz Heininger: Heute geht es um ein rechtliches Thema natürlich, deswegen bist du hier. Und zwar geht's heute um das ganze, ja, Thema Urheberrecht.

0:49 Moritz Heininger: Und die letzten zwei Folgen haben wir mit Tobi ja schon einmal über den EU AI Act gesprochen, dann eben mit dem Artikel 4 KI Verordnung oder AI Act noch mal einen Fokus draufgelegt, was Unternehmen heute eigentlich machen müssen, was das Thema KI Kompetenz angeht.

1:05 Moritz Heininger: Heute geht's um ein Thema, das halt gar nicht so direkt was mit dem EU AI Act zu tun, glaube ich, sondern eher ein bisschen allgemeiner und ja, vielleicht steigen wir gleich mal ein.

1:19 Moritz Heininger: Wenn ich es richtig verstehe, ist ein Urheberrecht, ich hatte ja auch mal Recht in der Uni.

1:21 Die zwei zentralen Fragen des KI-Urheberrechts

1:24 Moritz Heininger: Und dann tatsächlich eigentlich war ich ganz gut an der Uni, aber meine zwei schlechtesten Prüfungen an der Uni waren die beiden Rechtsprüfungen.

1:35 Moritz Heininger: Ähm von daher ist es gut, dass du hier heute da bist. Ähm aber ich meine mich erinnern zu können, dass es sowas wie Schutzrechte gibt.

1:45 Moritz Heininger: Und äh die das Urheberrecht da irgendwie drunter liegt, da hört's dann aber bei mir auf.

1:50 Moritz Heininger: Von daher, ähm erklär mir das noch mal bitte.

1:52 Tobias Weigand: Ja, sehr gerne. Also, grundsätzlich haben wir in Deutschland Nachahmungsfreiheit.

1:57 Tobias Weigand: Also, ohne Urheberrecht zum Beispiel, wenn es das Gesetz nicht geben würde, dann dürfte jeder alles nachmachen.

2:01 Moritz Heininger: Mhm.

2:02 Tobias Weigand: Dann hat sich der Gesetzgeber gedacht, das macht natürlich keinen Sinn, dann setzt sich ja niemand hin und erfindet irgendwas oder malt was oder komponiert ein Stück, wenn das kopiert werden kann und dadurch kriege ich gar keinen monetären Vorteil als Urheber davon.

2:15 Tobias Weigand: Das heißt, der hat also dann Schutzrechte, geistige Schutzrechte geschaffen.

2:20 Tobias Weigand: Das ist soll im Prinzip das Pondo zum Eigentum sein, du hast Eigentum an deinem Auto, aber du hast dann halt auch Eigentum an deinem Lied, was du komponiert hast oder das Bild, was du gemalt hast.

2:26 Moritz Heininger: Mhm.

2:27 Tobias Weigand: Einfach aus dem Grund, dass du Menschen ermöglichen sollst, das zu kaufen, das können sie ja also nicht kopieren, sondern sie müssen es kaufen oder lizenzieren oder ähnliches.

2:36 Tobias Weigand: So, dass du Motivation hast, kreativ zu werden.

2:39 Moritz Heininger: Mhm.

2:40 Moritz Heininger: Das sind Schutzrecht.

2:42 Tobias Weigand: Das sind allgemeine Schutzrechte.

2:44 Frage 1: Darf eine KI mit geschützten Daten trainiert werden?

2:45 Tobias Weigand: Also das sind Patente, das sind Designs, Urheberrecht, Markenrecht ist etwas fällt auch da drunter ist etwas eigen kommen wir gleich noch zu.

2:52 Tobias Weigand: Ähm genau, also die sollen Motor von Innovation und Kreativität sein.

2:58 Tobias Weigand: Weil sie ermöglichen, dass du davon leben kannst, weil du bezahlt wirst dafür.

3:04 Moritz Heininger: Doofe Frage, sieht man es nicht richtig zugehört habe oder aufgepasst habe in der Uni, was der Unterschied von einem Urheberrecht und einem Patent?

3:11 Tobias Weigand: Äh das ist eine gute Frage, es hat zwei unterschiedliche Blickwinkel im Prinzip.

3:16 Tobias Weigand: Beim Patent geht's um Erfindungen, also irgendwas, was wirklich technisch ist.

3:22 Tobias Weigand: Und beim Urheberrecht geht's eher um Kreativität.

3:25 Moritz Heininger: Mhm.

3:26 Moritz Heininger: Okay, das heißt, wie genau ist ein Urheberrecht definiert?

3:31 Moritz Heininger: Das heißt, einfach, wenn ich mir irgendwas überlege, gestalte,

3:36 Moritz Heininger: ähm ist es immer irgendwie was Visuelles, sind es Texte, sind wahrscheinlich auch Texte, weil Bücher der auch runterfallen.

3:42 Moritz Heininger: Das fällt unter so ein Urheberrecht alles.

3:44 Tobias Weigand: Also im Urheberrechtsgesetz, das ist sehr, sehr breit, da gibt's ganz viele verschiedene Tatbestände.

3:52 Tobias Weigand: Also, ähm es gibt natürlich Literatur, es gibt bildende Künste, ähm es gibt natürlich aber auch Musikstücke.

4:00 Tobias Weigand: Ähm es gibt dann aber auch noch abgeschwächt davon, ähm z.B. Tanzaufführungen.

4:04 Tobias Weigand: Die können auch das sind so kleinere Urheberrechte, sage ich mal, ähm bekommen.

4:10 Tobias Weigand: Also da das ist mannigfaltig und soll im Prinzip die ganze Kreativität abbilden, die es so gibt.

4:17 Moritz Heininger: Und so ein Patent ist ja was, was irgendwann, glaube ich, ausläuft, ne?

4:20 Moritz Heininger: Ähm wie ist das bei einem Urheberrecht, wenn ich jetzt mein eigenes, keine Ahnung, Snipki Design entwerfe oder das Co-Intelligence Design?

4:27 Moritz Heininger: Äh ist das dann was, was ich für immer habe oder läuft es auch irgendwann aus?

4:32 Moritz Heininger: Also kann irgendeiner in meinem Stil dann irgendwas produzieren?

4:36 Tobias Weigand: Also, ähm du hast es für immer sozusagen, aber deine Erben haben es nur bis zu 70 Jahre nach deinem Tod.

4:43 Moritz Heininger: Okay, verstanden.

4:46 Moritz Heininger: Gut, warum ist es relevant im, ja, Umgang oder im Bereich der KI?

4:51 Tobias Weigand: Genau, jetzt kommen wir auf den Bereich KI zu sprechen, warum ist das relevant, weil also insbesondere das Urheberrecht oder Patente voraussetzen, dass ein Mensch kreativ eine eigene Schöpfung geschaffen hat.

5:02 Moritz Heininger: Mhm.

5:03 Tobias Weigand: Und jetzt kann man sich natürlich fragen, wenn ich eine KI dazwischen stelle, die mir ein Bild, ein Song kreiert, wie auch immer,

5:09 Tobias Weigand: ist es dann noch selbst geschaffen vom Menschen? Und da sagt die herrschende Meinung im Prinzip unter den Juristen, nein, ist nicht.

5:14 Moritz Heininger: Mhm.

5:16 Tobias Weigand: Das heißt, das ist von der Maschine geschaffen und nicht vom Menschen und deswegen kriegt es keine Urheberrechte.

5:22 Moritz Heininger: Mhm. Das heißt, wenn ich jetzt ein Bild KI generiere und es sieht cool aus

5:27 Moritz Heininger: und verkauf es auch, machen wir irgendwie einen Postershop und Leute kaufen es, weil sie es cool finden, dann kann ich ja natürlich mit Geld verdienen.

5:33 Moritz Heininger: Aber du könntest jetzt hergehen, das Bild runterladen, deinen eigenen Postershop machen und könntest mein KI generiertes Bild sozusagen verkaufen.

5:41 Tobias Weigand: Für etwas günstiger, zum Beispiel.

5:43 Moritz Heininger: Genau, und ich könnte nichts dagegen tun.

5:47 Tobias Weigand: Genau.

5:48 Moritz Heininger: Okay.

5:50 Moritz Heininger: Verstanden.

5:52 Moritz Heininger: Ähm was heißt es denn praktisch?

5:56 Tobias Weigand: Also praktisch heißt das, wie wir gerade schon gesagt haben, du hast keine Verbietungsrechte gegenüber Dritten.

6:01 Tobias Weigand: Du kannst nicht sagen, hey, das habe ich gemacht.

6:04 Moritz Heininger: Mhm.

6:05 Tobias Weigand: Hör auf damit, das funktioniert so nicht.

6:08 Tobias Weigand: Das heißt aber im Umkehrschluss natürlich auch, dass ein Open AI mir nicht sagen darf,

6:12 Tobias Weigand: du darfst es nicht verbreiten.

6:15 Moritz Heininger: Mhm.

6:16 Tobias Weigand: Urheberrechtlich.

6:18 Moritz Heininger: Mhm.

6:19 Tobias Weigand: Die versuchen das natürlich gegebenenfalls trotzdem über Nutzungsrechte und AGB, wo die im Prinzip Verträge mit dir abschließen, wo dann drin steht, du darfst es aber nur kommerziell vertreiben,

6:27 Tobias Weigand: wenn du dafür bezahlst.

6:30 Moritz Heininger: Mhm.

6:31 Tobias Weigand: Aber aus dem Urheberrecht allein zum Beispiel nicht.

6:35 Tobias Weigand: Das hat den Effekt, dass wenn, ich sage mal, du ein mit einer KI irgendwas erstellst,

6:43 Tobias Weigand: was du nicht AGB rechtlich nicht verkaufen dürftest.

6:46 Moritz Heininger: Mhm.

6:47 Tobias Weigand: Also nicht kommerziell nutzen dürftest, du gibst es mir und ich verkaufe das dann einfach.

6:52 Tobias Weigand: Für etwas günstiger, zum Beispiel.

6:54 Moritz Heininger: Genau, und ich kann es nichts dagegen tun.

6:57 Tobias Weigand: Genau.

6:58 Moritz Heininger: Okay.

7:00 Tobias Weigand: Es gibt auch sowas wie Verletzer aufschlagt.

7:01 Tobias Weigand: Das wird also das ist teurer wird, ne?

7:03 Moritz Heininger: Ja, ja, ja.

7:04 Tobias Weigand: Ähm das wird aber heiß diskutiert und viele Gerichte lehnen das tatsächlich ab.

7:08 Moritz Heininger: Ja, allein schon irgendwie Anwaltskosten, die du mit hast, also ich glaube jetzt ich kann so gewisse quasi Sicherheitschecks machen.

7:15 Moritz Heininger: Ähm und muss dann am Ende, glaube ich, je nachdem, wie groß ich bin.

7:19 Moritz Heininger: Was ist es irgendwie, was ist ein einfaches Social Media Bild, äh plane ich damit irgendwie mein Deutschland äh Launch von meiner neuen Brand?

7:24 Moritz Heininger: Muss ich halt irgendwie mehr Sicherheitschecks machen oder halt noch überlegen, ob ähm da dann wirklich KI ähm verwendet werden sollte oder vielleicht eben nicht.

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