Co-Intelligence
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KI als neues Betriebssystem: KI-Strategien mit Jens Polomski

Erschienen 12. Mai 2026 · mit Jens Polomski

// KI-Zusammenfassung

Diese Folge beleuchtet den Wandel von KI von einem isolierten Tool hin zu einem integrierten Betriebssystem für den Arbeitsalltag. Jens Polomski erklärt, wie Konzepte wie das "Second Brain", "Vibe Coding" und proaktive KI-Agenten die Arbeitsweise und Softwareentwicklung grundlegend verändern. Die Episode richtet sich an alle, die verstehen möchten, wie KI über Chatbots hinaus tiefer in Unternehmensprozesse integriert werden kann.

Shownotes

In dieser spannenden Episode von CO-Intelligence, eurem KI-Lern-Podcast, diskutieren wir – Benjamin Wüstenhagen und Moritz Heininger – gemeinsam mit unserem Experten-Gast Jens Polomski live von der OMR Messe in Hamburg. Unsere Diskussion dreht sich um die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Arbeitsalltag und die tiefgreifenden Veränderungen, die diese Technologien für Wissensarbeiter mit sich bringen.

Jens teilt dabei Einblicke aus seinem Vortrag auf der „Yellow Stage“, in dem er die Rolle von KI als umfassendes Betriebssystem für Unternehmen thematisiert hat. Anstelle von isolierten Tools betonen wir im Gespräch, wie wichtig es ist, ein starkes Fundament für die Integration von Daten und die KI-Operabilität zu schaffen. Gemeinsam führen wir den Begriff „Wildcoding“ ein, der beschreibt, wie auch unerfahrene Nutzer durch KI in der Lage sind, effektive Softwarelösungen zu entwickeln. Wir beleuchten zudem die Bedeutung von Kontextverständnis für die Zusammenarbeit in Unternehmen sowie die Herausforderungen der Compliance beim Umgang mit sensiblen Daten. Wir schließen die Episode mit einem Aufruf zur Neugier und zur kontinuierlichen Weiterbildung in der sich schnell entwickelnden Welt der Künstlichen Intelligenz.

Timestamps

  1. 0:00 Intro & Begrüßung
  2. 0:11 Live von der OMR: Wo sind wir?
  3. 2:25 Die Bedeutung der OMR und Künstliche Intelligenz
  4. 5:15 Jens Polomski und seine Erfahrung auf der Yellow Stage
  5. 8:00 KI als Betriebssystem für Unternehmen
  6. 12:50 Die Rolle von Kontext in der KI-Integration
  7. 16:30 Wildcoding für alle: Programmierung neu gedacht
  8. 22:00 Proaktive KI-Systeme: neue Möglichkeiten
  9. 25:45 Herausforderungen der Compliance mit KI
  10. 30:12 Abschlussgedanken und Neugierde als Schlüssel zur Zukunft

Links & Erwähnte Tools

Erkenntnisse

  • 3:54

    KI entwickelt sich von einem isolierten Tool wie ChatGPT zu einem integrierten Betriebssystem, das verschiedene Anwendungen verbindet und Kontext versteht, um Arbeitsprozesse zu optimieren.

  • 10:40

    Ein "Second Brain" sammelt und verarbeitet kontinuierlich Unternehmensdaten aus verschiedenen Quellen wie Slack, E-Mails und Transkripten, um der KI ein umfassendes Kontextverständnis zu ermöglichen.

  • 14:02

    "Vibe Coding" ermöglicht es auch Nicht-Entwicklern, mithilfe von KI eigene kleine Softwarelösungen zu erstellen und digitale Prozesse zu verändern, um spezifische Ziele zu erreichen.

  • 22:42

    Die nächste Evolutionsstufe der KI ist die Proaktivität, bei der sie aufgrund ihres Wissens selbstständig reagiert, Lösungen vorschlägt oder Aufgaben ausführt, bevor sie explizit dazu aufgefordert wird.

  • 12:14

    Es ist entscheidend, mit der KI-Integration zu beginnen und zu experimentieren, anstatt auf 100% Perfektion zu warten, um wertvolle Lernerfahrungen zu sammeln und sich anzupassen.

Zitate

  • „Ich glaube, die Message KI ist nicht nur ein Tool, sondern ein Triebsystem, ist in vielen Gruppen angekommen."

  • „Sondern KI hat erst mal im kompletten Arbeitsspektrum von ganz vorne bis ganz hinten unterstützt und hat auch so tief integriert, wie ein Betriebssystem halt, wenn es zu neuen Dingen möglich ist, neue Innovationen schafft, aber auch bestehende Prozesse einfach optimiert."

  • „Man managt das ganz viel. Genau, das hat die Rolle von Menschen. Es gibt immer mehr von, wie du es gesagt hast, Tool-Gediener zu irgendeinem KI-Orchestrator"

  • „Und da sind wir jetzt in der Lage, dass wir plötzlich, auch ohne Programmierkenntnisse, etwas bauen können, was unser Ziel erreicht."

  • „Jedes Slide seit Jahren mittlerweile bleibt neugierig, weil ich glaube, diese Neugierdeshauptmannheit, dieses ewige Lernen, ist so wichtig, in dieser Welt, in dieser KI-Welt, die sich gefühlt jeden Tag weiterentwickelt, wie das Ding jetzt im Jahr aussieht, hat keine Ahnung von, was sich die Labs überlegen, das ist so krass, wie Innovation und Arbeit sich verändern."

Zahlen

  • 70.000 Leuten

    Das OMR-Festival in Hamburg ist eine große Online-Marketing-Messe mit vielen Besuchern.

    1:07

  • 40 Jahre

    Menschen haben über einen langen Zeitraum gelernt, Software zu bedienen, die von anderen gebaut wurde.

    14:16

  • 150.000 Linken-Profile

    Eine KI-gestützte Version eines Tools konnte eine große Anzahl von LinkedIn-Profilen erstellen.

    19:22

Häufige Fragen

Was bedeutet es, KI als Betriebssystem zu verstehen?

KI als Betriebssystem bedeutet, dass sie nicht mehr nur ein isoliertes Tool für einzelne Aufgaben ist, sondern tief in alle Arbeitsprozesse integriert wird. Sie verbindet verschiedene Anwendungen, versteht Kontext und optimiert Abläufe von Anfang bis Ende, ähnlich wie ein Computer-Betriebssystem neue Möglichkeiten schafft und Bestehendes verbessert.

Wie hilft ein "Second Brain" der KI im Unternehmen?

Ein "Second Brain" sammelt und verarbeitet kontinuierlich alle relevanten Unternehmensdaten aus Quellen wie Slack, E-Mails und Call-Transkripten. Es lernt und ordnet neue Informationen ein, wodurch die KI ein umfassendes Kontextverständnis erhält. Dies ermöglicht der KI, präzisere und relevantere Ergebnisse zu liefern, ohne dass Informationen ständig neu eingegeben werden müssen.

Was ist "Vibe Coding" und wer kann es nutzen?

"Vibe Coding" ist KI-gestütztes Programmieren, das es auch Nicht-Entwicklern ermöglicht, eigene digitale Prozesse zu verändern und kleine Softwarelösungen zu erstellen. Anstatt Software nur zu bedienen, können Nutzer mit KI-Hilfe direkt ihre Ziele erreichen, indem sie einfache Apps oder Automatisierungen bauen, die interne Probleme lösen, ohne komplexe Programmierkenntnisse.

Wie verändert sich die Rolle des Menschen durch KI als Betriebssystem?

Die Rolle des Menschen wandelt sich vom reinen "Tool-Gediener" zum "KI-Orchestrator". Anstatt einzelne Tools zu bedienen, managt man nun das gesamte KI-System, versteht Prozesse und bringt verschiedene Komponenten in Verbindung. Dies erfordert ein Umdenken weg von der Tool-Frage hin zum Aufbau eines integrierten Systems und dem Verständnis der Datenflüsse.

Was bedeutet es, wenn KI proaktiv wird?

Proaktive KI bedeutet, dass das System nicht mehr nur auf Befehle wartet, sondern aufgrund seines Wissens und Kontextverständnisses selbstständig agiert. Sie kann Probleme erkennen, Lösungen vorschlagen oder Aufgaben ausführen, bevor der Mensch danach fragt. Dies macht die KI zu einem echten "Coworker", der aktiv unterstützt und Entscheidungen trifft, ähnlich wie ein proaktiver Mitarbeiter.

Anleitungen

Baue ein 'Second Brain' für deine Unternehmens-KI

Lerne, wie du ein zentrales Wissenssystem für deine KI aufbaust, das kontinuierlich lernt und Daten aus verschiedenen Quellen bündelt, um präzise und kontextbezogene Ergebnisse zu liefern.

  1. 01

    Datenquellen anbinden

    Verbinde dein Second Brain mit allen relevanten Unternehmensdatenquellen wie Slack, E-Mails, Call-Transkripten und CRM-Systemen (z.B. Hubspot).

    10:49

  2. 02

    Informationen kontinuierlich verarbeiten

    Sorge dafür, dass das System regelmäßig neue Informationen zieht, diese versteht, einordnet und mit dem bestehenden Wissen abgleicht, um immer schlauer zu werden.

    10:57

  3. 03

    Zugriffsrechte und Compliance beachten

    Berücksichtige Compliance-Anforderungen und Zugriffsrechte, um sicherzustellen, dass sensible Daten nur von berechtigten Mitarbeitenden oder Kategorien eingesehen werden können.

    11:18

  4. 04

    Starte klein und iterativ

    Beginne mit der Integration von wenigen Tools und erweitere das Second Brain schrittweise, anstatt auf eine perfekte Gesamtlösung zu warten.

    12:09

Nutze Vibe Coding, um digitale Prozesse selbst zu gestalten

Entdecke, wie du mit KI-gestützter Programmierung eigene Softwarelösungen entwickelst und digitale Prozesse in deinem Unternehmen anpasst, auch ohne klassische Programmierkenntnisse.

  1. 01

    Denke in Zielen, nicht in Interfaces

    Konzentriere dich darauf, was du erreichen möchtest, anstatt dich an vorgegebene Software-Interfaces anzupassen. Die KI hilft dir, deine Ziele direkt umzusetzen.

    14:25

  2. 02

    Baue kleine, zweckmäßige Lösungen

    Erstelle einfache Apps oder Skripte, die ein spezifisches Problem lösen und intern genutzt werden, ohne den Anspruch auf Skalierung oder perfekte Ästhetik.

    14:33

  3. 03

    Experimentiere und iteriere schnell

    Nutze Vibe Coding, um Ideen schnell auszuprobieren. Verwirf Lösungen, die nicht funktionieren, und entwickle erfolgreiche Ansätze weiter.

    20:29

  4. 04

    Lerne durch Machen

    Verbessere dein Verständnis für Code und Softwarearchitektur, indem du aktiv eigene Lösungen entwickelst, anstatt nur theoretische Kurse zu belegen.

    21:01

Ermögliche proaktive KI in deinem Unternehmen

Erfahre, wie du KI-Systeme so gestaltest, dass sie nicht nur auf deine Befehle reagieren, sondern selbstständig agieren, Probleme erkennen und Lösungen vorschlagen, um dich und dein Team zu entlasten.

  1. 01

    Nutze Kontext und Integration

    Stelle sicher, dass deine KI-Systeme durch tiefe Integration und umfassenden Kontextzugriff über ausreichend Wissen verfügen, um proaktiv handeln zu können.

    22:49

  2. 02

    Implementiere proaktive Benachrichtigungen

    Richte Systeme ein, die dich und dein Team automatisch über relevante Informationen, potenzielle Probleme oder vorgeschlagene Aktionen informieren, ähnlich wie Smartphone-Benachrichtigungen.

    23:09

  3. 03

    Förderung von Agency und Autonomie

    Gib KI-Agenten die Möglichkeit, in definierten Grenzen selbstständig Entscheidungen zu treffen und Aufgaben auszuführen, um als echter 'Coworker' zu agieren.

    24:39

  4. 04

    Beginne mit Überprüfung, dann automatisiere

    Starte damit, dass die KI Vorschläge macht, die du bestätigst. Wenn die Qualität konstant hoch ist, kannst du die vollständige Autonomie für bestimmte Aufgaben freigeben.

    25:13

Weitere Fragen

Was bedeutet es, KI als Betriebssystem statt als reines Tool zu nutzen?

Es bedeutet, sich von isolierten Chat-Eingaben zu verabschieden. Die KI wird tief in den Arbeitsprozess integriert, verbindet verschiedene Tools miteinander und nutzt den bestehenden Unternehmenskontext, um Aufgaben ganzheitlich zu unterstützen.

„Viele sehen KI nur als dieses Chatty-Bitty, da gebe ich was ein, bekomme irgendeine Antwort heraus, aber die Capabilities, wo Modelle und Tools mit dabei so gut werden, dass sie Dinge verbinden können, dass sie miteinander gesprochen werden können, das Kontextverständnis besser wird" · 3:56
Wie verändert proaktive KI die tägliche Arbeit mit Agenten?

Proaktive KI wartet nicht mehr auf deine Befehle, sondern agiert selbstständig im Hintergrund. Sie analysiert beispielsweise Fehlermeldungen in Tools wie Sentry, gleicht sie mit bestehenden Tickets ab und schlägt Entwicklern direkt Lösungsansätze vor.

„Wir haben einen Agenten, der guckt sich jeden Morgen an, sind neue Tickets reingekommen, wo Nutzer irgendetwas über Probleme mit unserer App berichten. Dann schaut er, ok, könnte ein Bugs sein. Schaut dann nach, in Sentry, gab es da irgendwas komisches?" · 25:25
Wie funktioniert 'Vibe Coding' für Mitarbeitende ohne Programmierkenntnisse?

Beim Vibe Coding nutzen Nicht-Entwickler KI, um eigene digitale Prozesse und kleine Apps zu bauen, die konkrete Probleme im Team lösen. Anstatt komplexe Software zu programmieren, beschreibst du dein Ziel und die KI generiert die funktionierende Lösung dafür.

„Und da sind wir jetzt in der Lage, dass wir plötzlich, auch ohne Programmierkenntnisse, etwas bauen können, was unser Ziel erreicht. Das können kleine Apps sein, die nicht geil aussehen, einfach funktionieren, vielleicht nur einmal funktionieren." · 14:27
Wie baue ich ein 'Second Brain' auf, ohne den Datenschutz zu verletzen?

Ein Second Brain bündelt Daten aus Quellen wie Slack oder E-Mails, um der KI Kontext zu geben. Wichtig ist dabei eine Compliance-Schicht, die strikt regelt, welche Mitarbeitenden welche sensiblen Informationen, wie etwa kritische Finanzdaten, überhaupt abfragen dürfen.

„Und dann hast du natürlich das Thema, das ganze Thema Compliance, du hast gesagt, das willst du uns LGBT geben, aber die Frage ist ja auch, welche Information darf potenziell welche Mitarbeitenden oder Kategorien sehen, gerade so die persönliche Daten der Träger mit Mitarbeitenden, kritische Finanzdaten" · 11:19
Sollten Unternehmen mit KI warten, bis alle Daten perfekt strukturiert sind?

Nein, es ist besser, klein anzufangen, als auf die perfekte Lösung zu warten. Selbst eine simple KI-Integration in nur drei bestehende Tools bringt dich einen Schritt weiter und hilft dem Team, die Möglichkeiten in der Praxis zu verstehen.

„Aber wenn du dann sagst, dann mache ich halt gar nichts, dann lieber ein KI-Tool mit der Integration in drei Tools rein, da bist du schon einen Schritt weiter. Also lieber irgendwo anfangen, als nichts tun." · 12:05

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Transkript

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